• Europäische Umfrage mit 4.400 Babbel-Lernern aus Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien
  • Vorstellung der drei Top-Gründe, warum Menschen eine neue Sprache lernen
  • Mobiles Lernen auf dem Vormarsch – Deutsche sind mobilste Lerner in allen Altersstufen: DieHälfte der 45- bis 54-Jährigen nutzen ein Smartphone oder Tablet
  • Franzosen und Italiener lernen disziplinierter als Deutsche
Berlin,

Deutsche Sprachlerner sind im Durchschnitt deutlich jünger als ihre europäischen Nachbarn und lernen im europäischen Vergleich am liebsten mobil. Das zeigt die von Babbel, dem Online-Dienst zum Sprachenlernen durchgeführte Umfrage, an der rund 4.400 Babbel-Lerner aus Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien teilnahmen.

Die in der Umfrage am stärksten vertretene Altersgruppe in allen Ländern ist die der 55-70- Jährigen (38% insgesamt), bis auf Deutschland, wo die 45-54-Jährigen mit 33% die größte Teilnehmergruppe bilden. Deutsche Sprachlerner sind somit jünger als der europäische Durchschnitt. Betrachtet man beispielsweise die jungen Erwachsenen von 18 bis 34 Jahren, bildet Deutschland hier mit insgesamt 22% die größte Gruppe (als Beispiel: aus dieser Altersgruppe stammen in Frankreich nur 11% der Umfrage-Teilnehmer).

Die beliebtesten Lernsprachen der Deutschen

Die deutschen Befragten lernen mit Babbel am liebsten Englisch (43% der deutschen Teilnehmer gaben dies an), gefolgt von Spanisch (28%) und Italienisch (18%). Mehrfachnennungen waren möglich, und tatsächlich lernt ein Drittel der Babbel-Nutzer mehr als eine Sprache mit dem Online-Dienst. Bemerkenswert ist auch, dass mehr als 50% der Türkisch-Lerner aus Deutschland kommen.

Gründe, eine neue Sprache zu lernen

Die Umfrage zielte darauf ab, die Motivationen hinter dem Erlernen einer Fremdsprache aufzuzeigen, ebenso wie Gewohnheiten, die beim Lernen zutage treten. Die Teilnehmer konnten bis zu drei der folgenden Gründe für das Sprachenlernen auswählen: „für meine Arbeit”, „für meine Arbeitssuche”, „um auf Reisen besser kommunizieren zu können”, „für meine Familie/meinen Partner”, „aus Interesse für die Sprache”, „um meine Sprachkenntnisse aufzufrischen”, „um meine Wurzeln besser zu verstehen” und „um geistig fit zu bleiben”.

Die zwei häufigsten Gründe, eine Sprache zu lernen sind, in allen befragten europäischen Ländern „um sich auf Reisen besser verständigen zu können” (26%) und „aus Interesse für eine andere Sprache (22%)”. Die dritthäufigste Antwort, „um sich geistig fit zu halten” (17%), offenbart, dass das Erlernen einer Sprache nicht nur Vorteile im zwischenmenschlichen Bereich bietet, sondern auch mehr und mehr als Gewinn für den Einzelnen gesehen wird. (Deutschland: Kommunikation auf Reisen: 25%, Interesse: 24%, geistige Fitness: 16%).

Jüngste Studien aus Psychologie und Neurowissenschaft konnten die positiven Auswirkungen von kognitivem Training und das Lernen von Sprachen auf die Gesundheit, den Alterungsprozess des Gehirns und die Verzögerung von Demenz zeigen. Sprachenlernen wird zunehmend als ein direktes Hilfsmittel zur persönlichen und kognitiven Weiterentwicklung verstanden. Das Alter ist hierbei ein entscheidender Faktor: Über 30% der Teilnehmer über 70 nannten Sprachenlernen als Möglichkeit, sich geistig fit zu halten, während nur 5% der Befragten unter 18 diese Angabe machten.

Die Motivation, eine Sprache für den Job oder die Jobsuche zu lernen, wurde dagegen eher selten angegeben. Hier waren die Italiener mit 18% noch die Spitzenreiter, wohingegen nur 13% der Deutschen erwähnten, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit dem Erlernen einer Sprache verbessern zu wollen.

Mobiles Lernen ist weiter auf dem Vormarsch

Europaweit lernen eher jüngere als ältere Babbel-Nutzer mit mobilen Geräten. Von den insgesamt 27% Befragten, die bevorzugt mit einem Tablet oder Smartphone lernen, sind zwei Drittel unter 45 Jahren alt. In Deutschland hingegen lernen ganze 42% der Befragten am liebsten mit einem Smartphone oder Tablet, in der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen geben sogar die Hälfte der Befragten an, am liebsten mit mobilen Geräten zu lernen. So überrascht es nicht, dass die Deutschen im europaweiten Vergleich doppelt so häufig am liebsten unterwegs lernen, auch wenn sie sich im Großen und Ganzen wie ihre europäischen Nachbarn bevorzugt zuhause die Zeit zum Sprachenlernen nehmen und mit dem Tablet gerne auch auf dem Sofa lernen.

Den allgemeinen Trend zur Nutzung von mobilen Geräten belegen auch die Ergebnisse der ARD/ZDF-Online Studie, die einen deutlichen Anstieg der Tablet- und Smartphone-Nutzung in Deutschland aufzeigen. War ein Tablet 2012 erst in 8% der Online-Haushalte anzutreffen, sowaren es 2013 bereits 19%. Auch die Nutzung von Smartphones stieg innerhalb eines Jahresvon 23% (2012) auf 41% (2013). 1

Franzosen und Spanier lernen diszipliniert. Deutsche lieber spontan.

Eines der überraschendsten und interessantesten Ergebnisse der Umfrage ist, dass im Gegensatz zu den gängigen Stereotypen von deutscher Effizienz und französischem Müßiggang, 60% der französischen Befragten angaben, nach einem „festgelegten Rhythmus” zu lernen, während nur 38% der Deutschen diese Antwortmöglichkeit auswählten. Die Franzosen führen auch das Feld an, wenn es darum geht, „jeden Tag” zu lernen (23%), bei den Deutschen sind es 18%. 2

Im europäischen Vergleich sind die Deutschen sogar die spontansten Lerner. Auf die Frage, wie sie am liebsten lernen, antworteten 60%, dass sie „am liebsten spontan dann lernen, wenn sie Zeit und Lust dazu haben”. Das gaben nur 42% der Spanier und 38% der Franzosen als Antwort an.

Das französische Schulsystem mit seinem Fokus auf strikter Disziplin und regulären Unterrichtsstunden könnte mit dafür verantwortlich sein. Diese Theorie wird auch durch einen anderen ziemlich charmanten Beweis untermauert - die hohe Anzahl der französischen Sprachlerner, die an Babbel schreiben, um sich dafür zu entschuldigen, dass sie in letzter Zeit zu wenig gelernt haben.

1 Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2013. Die Untersuchungsreihe erfolgte im Auftrag der ARD/ZDF - Medienkommission,die die Forschungsabteilungen des BR, hr, rbb, SWR und ZDF mit der Durchführung betraute, Frankfurt / Mainz, 4.September 2013, http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/

2 Die Frage nach dem Lernrhythmus hatte drei Auswahlmöglichkeiten: „ich lerne nach einem festen Rhythmus”, „ichlerne dann, wenn ich Lust habe” und „ich lerne eher kurzfristig, z.B. bevor ich in den Urlaub fahre”. Bei der Frage nachder Häufigkeit gab es insgesamt acht mögliche Antworten, von „mehrmals täglich” bis „einmal im Monat”.

Berlin,